Station I: Jesus wird zum Tode verurteilt

Sieger Köder, Jesus wird zum Tode verurteilt. I. Station
Kreuzweg in der Kirche St. Stephanus in Wasseralfingen
© Sieger Köder-Stiftung Kunst und Bibel, Eilwangen
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Ich lasse zunächst einmal das Bild auf mich wirken.

Was sehe ich?

Löst es etwas aus in mir?

Zur weiteren Betrachtung:

Zwei Mächtige aus Politik und Religion wollen den Unruhestifter Jesus aus dem Weg räumen, kurzen Prozess mit ihm machen.

Dabei klammert der eine (Hohepriester) sich an das Gesetz, der andere (Pilatus) wäscht seine Hände in Unschuld.

Jesus ist der Ausgelieferte, der seinen Rücken hinhält und dem nichts anderes übrig bleibt, als sich der Situation zu beugen.

Zu allen Zeiten ist das Verhalten der drei Abgebildeten auch unsere Erfahrung.

Auch wir „waschen unsere Hände gerne in Unschuld“ und schieben die Verantwortung anderen zu.

Auch wir lassen uns von Vorurteilen leiten und haben schnell unseren Richterspruch gefällt.

Auch unser Leben kann regelrecht missbraucht und vernichtet werden, wenn wir die Erfahrung machen müssen, dass uns Gottes Wort als Gesetzesdenken ausgelegt wird – wie der Hohepriester hier erschreckend zeigt.

Jesus bleibt nichts anderes, als sich der Situation zu beugen.
„Wir haben ein Gesetz und nach diesem Gesetz muss er sterben.“

Gebeugt steht er vor den Richtern.
In Wahrheit aber beugt er sich nur vor dem Willen seines Vaters im Himmel.

Jesus schärfte sein Gewissen aus dieser Beziehung und handelte danach. „Nicht was ich will, geschehe, sondern was du willst, Vater.“ Davon konnte ihn niemand abbringen.

Unter welchen Willen beuge ich mich und woran schärfe ich mein Gewissen?

Erhebe ich Einspruch, wenn Sündenböcke gesucht werden und in einem Konflikt einseitige Schuldzuweisungen ausgesprochen werden?

Jesus Christus, Du bist gekommen, nicht um zu richten, sondern um zu retten.

Jesus Christus, Du gehst den Weg der Menschen.

Du gehst auch meinen Weg mit.

Hilf mir, dass auch ich mich nur beuge vor Gott und meinem Gewissen, der Stimme tief in meinem Herzen.


Kreuzwegstationen in der Passionszeit

Wir möchten euch in der Passionszeit einladen auf einen meditativen Kreuzweg.

Die einzelnen Stationen lassen uns innehalten, um über das Geschehen auf diesem Weg nachzusinnen und vielleicht ganz eigene Erfahrungen damit zu machen.

An jedem Mittwoch bis einschließlich 31.03. wird dies möglich sein.

Die Bilder hat Sieger Köder gemalt. Die Texte hat Ursel Schneider entworfen in Anlehnung an Interpretationen von Theo Schmidkonz.

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