Station IV: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Sieger Köder, Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. V. Station
Kreuzweg in der Kirche St. Stephanus in Wasseralfingen
© Sieger Köder-Stiftung Kunst und Bibel, Eilwangen
https://www.verlagsgruppe-patmos.de/rights/abdrucke

Ich lasse zunächst einmal das Bild auf mich wirken.

Was sehe ich?

Löst es etwas aus in mir?

Zur weiteren Betrachtung:

Wir sehen zwei Männer eng verbunden und umschlungen. So schultern sie über ihren Köpfen den schweren Kreuzesbalken.

Sie bilden eine Einheit unter der zu tragenden Last. Miteinander und füreinander.

Es ist nicht Simon Petrus, der Jünger, der „Fels“, der Jesus das Kreuz tragen hilft…. wo ist er??

Es ist Simon von Cyrene – ein Fremder, kein Jude – ein Mann von der Straße, der schnell nach Hause will, der aber gezwungen wird, Jesus das Kreuz zu tragen.

Es bleibt ihm nichts anderes übrig und so folgt er – vielleicht zunächst eher widerwillig – Jesus auf seinem schweren Weg nach Golgatha. Aber gerade auf diesem Weg werden sie so vertraut miteinander.

Einer hält sich am anderen fest, jeder zieht den anderen mit. Vielleicht ohne Worte entsteht so eine innige Beziehung – vielleicht über den Tod hinaus.

Auch ich mache manchmal die Erfahrung, dass mir unerwartet ein Kreuz auferlegt wird, dass der andere (Mensch) allein nicht tragen kann.

Zuerst wehre ich mich vielleicht, weil es schmerzhaft ist, Leid auszuhalten. Erst, wenn ich es zulasse, dass der andere mir ganz nahe kommt, spüre ich, wir gehören doch zusammen.

Nicht nur ich trage den Anderen, sondern der Andere trägt auch mich. Leid und Schmerz miteinander und füreinander zu tragen, lässt eine unglaubliche Nähe wachsen.

Simon und Jesus schauen uns an. Vielleicht wollen sie uns sagen: Wir haben eine Vision. Wir träumen von einer geschwisterlichen Welt, in der niemand sein Kreuz alleine tragen muss und niemand den anderen verachtet.

Miteinander und Füreinander können wir es schaffen.

Die Vertrauten und die Fremden

Die Weißen Menschen und die Schwarzen Menschen

Die Christen und die Moslems

Die Juden und die Palästinenser…….

Wir gehören zusammen als Menschen einer Welt, die Gottes Welt ist und in der Jesus unser Bruder ist.

Jesus Christus, du gehst den Weg der Menschen.

Du nimmst auch fremde Hilfe an.

Du zeigst uns, dass wir alle Tragende und Getragene zugleich sind.


Kreuzwegstationen in der Passionszeit

Wir möchten euch in der Passionszeit einladen auf einen meditativen Kreuzweg.

Die einzelnen Stationen lassen uns innehalten, um über das Geschehen auf diesem Weg nachzusinnen und vielleicht ganz eigene Erfahrungen damit zu machen.

An jedem Mittwoch bis einschließlich 31.03. wird dies möglich sein.

Die Bilder hat Sieger Köder gemalt. Die Texte hat Ursel Schneider entworfen in Anlehnung an Interpretationen von Theo Schmidkonz.

1 Kommentar

Liebe Ursel, in dieser besonderen Zeit fehlender Kontakte, an die man sich leider auch schon gewöhnt hat, ist das Engagement des Presbyteriums, insbesondere auch Deines und Thommys umso wertvoller und auch für mich persönlich wichtig. Der Kontakt zur Kirchengemeinde geht leider ein wenig verloren ohne persönliche Begegnungen und die fehlenden Gottesdienste. Umso mehr freue ich mich über Eure Arbeit für uns. Hierfür möchte ich Euch ganz herzlich danken. Die Online Andachten und die Meditationen lassen die Passionszeit gegenwärtig sein. Positiv dabei empfinde ich neben den guten Denkanstößen aber auch die Möglichkeit, sich dann darauf einzulassen- auch mehrmals- wenn man Ruhe dafür findet! Bei der Andacht am letzten Sonntag hat mich angerührt, wie Ernst-August Schneider so frei die Liedtexte zum Orgelspiel gesungen hat! Dazu die außergewöhnlichen Dorf- und Kirchenfotos von Reinhard. Was für eine wohltuende Andacht!
Ich denke, dass alle, die über die technischen Möglichkeiten verfügen, dankbar sind, für das, was Ihr tut, um das Gemeindeleben mit großem persönlichen Einsatz aufrecht zu
erhalten.
Ich wünsche Euch, dass Ihr nicht mutlos werdet bei Eurer segensreichen Arbeit und mit vielen guten Gedanken und mit Gottes Hilfe weitermacht, wie bisher.
Viele liebe Grüße
Marianne Holländer

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