Station V: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Sieger Köder, Jesus begegnet den weinenden Frauen. VIII. Station
Kreuzweg in der Kirche St. Stephanus in Wasseralfingen
© Sieger Köder-Stiftung Kunst und Bibel, Eilwangen
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Ich lasse zunächst einmal das Bild auf mich wirken.

Was sehe ich?

Was löst es aus in mir?

Zur weiteren Betrachtung:

Wir sehen Jesus, fast das ganze Bild ausfüllend, wie er aufrecht seinen schweren Kreuzbalken trägt.

Unter ihm Frauen unterschiedlicher Nationen und Hautfarben mit ihren Kindern. Alle schauen zu Jesus auf.

Auch Stacheldraht und Steine einer Mauer sind zu sehen. Am oberen dunklen Hintergrund scheint das Sonnenlicht hinter den Wolken zu schwinden.

In Lukas 23, Vers 27 und 28 lesen wir:

Es folgten ihm aber (auf dem Weg nach Golgatha) … auch viele Frauen, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.

Jesus liebte die Kinder, ließ sie gerne zu sich kommen und segnete sie.

Jesus sagt zu den Frauen: „Weint nicht über mich. Ich bin bereit zu sterben für das, was ich gesagt und gelebt habe.“

Wozu wir Menschen fähig sind, und was wir Kindern bis heute antun, zeigt der Künstler, in dem er Kinder und Mütter in die Schrecknisse des 20. Jahrhunderts stellt.

Wir sehen – zwei Kinder mit Judenstern, ausgeliefert dem Massensterben, weil man sie zu Unmenschen abgestempelt hat,

eine japanische Mutter, die verzweifelt versucht, unter dem Atombombenschirm von Hiroshima ihr verstrahltes Kind zu schützen,

afrikanische und palästinensische Kinder, die hungern nach Freiheit und Brot.

….Wir möchten das Bild ergänzen mit all den unschuldig leidenden Kindern, über die wir jetzt hier und heute weinen….

Kinder, die Frieden nicht kennen, Bomben aber wohl. Kinder, die hinter Zäunen leben oder auf der Flucht im Meer ertrinken, Kinder die geschlagen und missbraucht werden….

Wir sehen von Jesus nur den Rücken, der die Last der Menschheit trägt. Trotzdem strahlt er hier Stärke und Verlässlichkeit aus.

Er trägt die Last für Menschen aller Nationen und Religionen. Hat der Künstler die Vision, dass alle hoffnungsvoll von Jesus Heil und Frieden erwarten?

Jesus Christus, du gehst den Weg der Menschen.

Du lädst uns ein, dir auf deinem Weg zu folgen. Bedingungslose Liebe erwartet uns.

Das heißt aber auch, das Kreuz anpacken und tragen, einander er–tragen.

Es heißt auch, besonders auf die Kinder zu schauen. Sie mit deinen Augen zu sehen und Ihnen in Liebe und Achtsamkeit zu begegnen, damit auch sie Liebe weiterschenken können.

Hilf uns mit deiner Kraft, da wo wir herausgefordert sind, uns in deinem Sinn einzusetzen für eine menschlichere und friedvollere Welt.


Kreuzwegstationen in der Passionszeit

Wir möchten euch in der Passionszeit einladen auf einen meditativen Kreuzweg.

Die einzelnen Stationen lassen uns innehalten, um über das Geschehen auf diesem Weg nachzusinnen und vielleicht ganz eigene Erfahrungen damit zu machen.

An jedem Mittwoch bis einschließlich 31.03. wird dies möglich sein.

Die Bilder hat Sieger Köder gemalt. Die Texte hat Ursel Schneider entworfen in Anlehnung an Interpretationen von Theo Schmidkonz.

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