An der letzten Station unseres meditativen Kreuzweges halten wir inne über einem unkommentierten Gedicht.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors Thomas Schlager-Weidinger haben wir es dem Buch sperrige nächte, welches im Echter Verlag erschienen ist, entnommen.

handlungsbedarf

ein gott,
der selbst
nicht schmerz verspürte,
schaut zynisch nur
auf diese Welt.

ein gott,
der selbst
nicht einsam war,
verharrt gnadenlos
im irgendwo.

ein gott,
der selbst
dem leid
nicht ausgeliefert,
bleibt erstarrt
vor herzen
sitzen.

ein gott,
der selbst
von zweifel
nicht geschüttelt,
thront abgehoben
nur im gold.

ein gott,
der selbst
die ohnmacht
nicht erfuhr,
bleibt ungerührt
vom schrei
der welt.

ein gott,
der selbst
den tod
nicht schaute,
bleibt fern
dem wesen,
das er schuf.

Thomas Schlager-Weidinger (2012). sperrige nächte. Würzburg: Echter Verlag


Dies war die letzte Station unseres meditativen Kreuzwegs.

Alle Stationen könnt ihr hier nachlesen:

Kreuzwegstationen in der Passionszeit

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